Kostenlose Abstimmhilfe für Endstufen – Pecker

Um Endstufen, z. B. Röhrenverstärker, sicher bei voller Spitzenleistung abstimmen zu können, eignet sich als kostenlose Abstimmhilfe ein spezielles Audiosignal im Sprachspeicher des IC-7300. Es ersetzt ein Zusatzgerät, das auch unter dem Namen Pecker bekannt ist.

Viele Anwender stimmen mit Dauerträgern häufig nur bei geringer oder mittlerer Leistung ab. Dadurch erreicht man nicht den richtigen Arbeitspunkt.
Mit dem hier beschriebenen Testsignal lässt sich der Sender voll aussteuern, allerdings jeweils nur kurz. So erfolgt die Abstimmung unter Vollast, während die mittlere Ausgangsleistung niedrig bleibt und längere Abstimmvorgänge unkritisch sind.

Vorgehensweise

Audiosignal erzeugen

  • Erstelle Pulspakete aus einem Sinussignal von ca. 1,5 kHz.
  • Geeignet ist z.B. die Software „Audacity“ oder ähnliche Adiobearbeitungs-Programme
  • Jedes Paket enthält etwa 8 bis 10 Sinusschwingungen, sodass die Dauer kurz bleibt
  • Zwischen den Pulspaketen eine längere Pause einfügen, um die mittlere Leistung zu reduzieren
  • Dauer und Wiederholrate der Pakete bestimmen den Duty-Cycle (ca. 15–20 %)
  • Die Gesamtdauer des Signals sollte mindestens 10 Sekunden, um genügend Zeit für den Abstimmvorgang zu haben

Hinweis:
Dieser Screenshot aus „Audacity“ zeigt die
Pulspakete mit Pausen und verdeutlicht, wie trotz Spitzenleistung die mittlere Leistung niedrig bleiben kann.

Einzelnes Pulspaket prüfen

  • Zoom auf ein einzelnes Pulspaket, um die Signalform genau zu analysieren
  • Jeder einzelne Abtastwert ist bei einer Abtastfrequenz von 8 kHz sichtbar
  • Maximale Amplitude voll ausnutzen

Der Screenshot zeigt ein einzelnes Pulspaket mit Abtastwerten. Pro Schwingung stehen genügend Stützwerte zur Verfügung, sodass das Sinussignal vom Transceiver korrekt rekonstruiert wird.

Tipp:
Ein- und Ausblendungen am Anfang und Ende eines Pakets vermeiden harte Klicks.

Signal im IC-7300 speichern

  • Das fertige Signal wird als WAV Datei mit 8 KHz Abtastrate exportiert
  • Auf einer SD-Karte im entsprechenden Verzeichnis für den Transceiver-Sprachspeicher unter dem Namen voicetx1.wav das Signal ablegen
  • Weitere Details zur Nutzung von Sprachspeichern siehe Transceiver Handbuch
Praxistipps
  • Die Beschreibung bezieht sich zwar auf einen bestimmten Transceiver, aber das Prinzip ist auch auf andere Geräte anwendbar, sofern sie einen programmierbaren Sprachspeicher besitzen.
  • Zu beachten ist die jeweilige Abtastfrequenz, diese muss bei der Erstellung des Abstimmsignals verwendet werden.
  • Der ganze verfügbare Pegelbereich sollte ausgenutzt werden, jedoch ohne Übersteuerung.

Abstimmung durchführen

  • Röhrenendstufen gut vorwärmen lassen
  • Sprachspeichertaste drücken, um das Signal abzuspielen, dadurch wird der Sender automatisch hochgetastet und die Endstufe aktiviert
  • Durch erneutes Drücken der Taste wird die Sendung sofort abgebrochen
  • Mit Vollaussteuerung werden die Abstimmelemente ohne Überlastung eingestellt
  • Ideal ist ein Leistungsmesser, der den Spitzenwert anzeigt.
  • Bei Röhrenendstufen liefert der Gitterstrom einen guten Indikator. Ausgangsleistung und Gitterstrom regelmäßig beobachten.
  • Durch die kurzen Pulspakete bleibt die mittlere Ausgangsleistung niedrig, eine thermische Überlastung ist praktisch ausgeschlossen

Zur einfachen Bedienung sind Tasten an einer Mikrofonbox ideal. So lassen sich bis zu vier Testsignale, oder Sprachbausteine einfach abrufen.

Hörbeispiel

Praxistipps
  • Das Audiosignal wird so gewählt, dass der Sender nur 15–20 % Duty-Cycle arbeitet
  • Damit kann z. B. eine Röhrenendstufe bei voller Spitzenleistung und somit im richtigen Arbeitspunkt abgestimmt werden
  • Die mittlere Ausgangsleistung bleibt gering, sodass auch längere Abstimmvorgänge in der Regel unproblematisch sind

Audiofile zum Download

Eine Datei mit dem Testsignal im WAV-Format steht hier zum Download bereit. Es eignet sich zur direkten Verwendung zum Beispiel mit einem ICOM IC-7300 und ähnlichen Geräten.

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