QO-100 Portabel Betrieb

QO-100 Aktivität 2026

QO-100 (Es’hail-2) ist ein geostationärer Amateurfunksatellit, der stabile Verbindungen über große Teile Europas, Afrikas und Asiens ermöglicht.

Im Frühjahr 2026 steht wieder ein portabler Einsatz meiner Satelliten Funkstation für QO-100 auf dem Programm. Ziel ist es, mit möglichst kompakter Ausrüstung unabhängig vom heimischen Shack QRV zu sein und eine stabile Signalqualität im Up- und Downlink zu erreichen.

Im Gegensatz zu früheren Aktivierungen befinden sich diesmal sämtliche HF- und Steuerkomponenten in einer einzigen robusten Transceiver-Box direkt unter der Antenne. Mehrere separate Gehäuse und ein Großteil der bisherigen Verkabelung entfallen dadurch vollständig.

Das reduziert nicht nur den Aufbauaufwand, sondern erhöht auch die Betriebssicherheit und sorgt für eine deutlich bessere Transportfähigkeit der gesamten Station.

Von Standorten in Mecklenburg-Vorpommern aus sollen zahlreiche QSOs über QO-100 geführt werden.

Aufbau und Technik

Portable Station

Zum Einsatz kommt ein kompakter, transportabler Aufbau bestehend aus folgenden Komponenten:

  • 60 cm Parabolantenne mit Eigenbau Helix-Feed für den 2,4 GHz Uplink, sowie modifiziertem LNB für den 10 GHz Downlink
  • LibreSDR (vergleichbar Adalm Pluto) mit externer 10 MHz Referenzfrequenz
  • 10 MHz OCXO mit analogem Vervielfacher auf 25 MHz
  • Eigenbau Triplexer mit Bias-T, 740 MHz Stripline Filter und 25 MHz Einspeisung
  • Leistungsverstärker mit maximal 4 Watt Output und nachgeschaltetem Topfkreis Bandpass Filter
  • Fotostativ mit Schwenkkopf zur flexiblen Ausrichtung
  • 10 m LAN Kabel sowie 10 m Versorgungsleitung für 12 V (mit Anderson Powerpole)
  • Zubehörkasten mit Headset, Mikrofonbox zur USB-Anbindung und Papierlog
  • Notebook mit SDR-Console V3.4 zur Steuerung der gesamten Station (nicht im Bild)
QO-100 Portabel Station

Konzept und Aufbau

Die gesamte Station wurde gezielt auf schnellen Aufbau und einfache Inbetriebnahme ausgelegt. Ein besonderer Fokus lag auf:

  • minimaler Verkabelung sowie verpol- und verwechslungssicheren Steckverbindern
  • geringer Stromaufnahme (RX unter 0,6 A, TX maximal ca. 2,6 A)
  • robuster, kompakter Bauweise bei gleichzeitig geringem Gewicht
Praxistipp
  • Die Offset-Parabolantenne wird bewusst „kopfüber“ montiert. Dadurch steht sie flacher, und das Helix-Feed befindet sich oben.
  • Dies reduziert die Angriffsfläche für den Wind, und der Schwerpunkt liegt nahezu mittig über dem Stativ, was die Stabilität deutlich verbessert. Die Montage der Transceiver-Box direkt unter der Antenne bringt zusätzliches Gewicht auf das Stativ. Der Schwerpunkt liegt damit tiefer, was die Standfestigkeit weiter erhöht.
  • Bei früheren portablen Aktivierungen kam es mehrfach vor, dass die Antenne durch starken Wind umgeworfen wurde. Die gewählte Montage ist daher eine direkte Konsequenz aus diesen praktischen Erfahrungen.
QO-100 Portabel Indoor Test

Alle HF- und Steuerkomponenten sind in einem kompakten Aluminiumgehäuse integriert. Dieses stammt von einem AEG „Mobiltelefon“ der 1980er Jahre. Für den Betrieb ist lediglich eine 12 V Versorgung mit einer Strombelastbarkeit von etwa 3 A erforderlich.

Die Verbindung zum Notebook erfolgt über ein LAN-Kabel, wodurch die Antenne samt Elektronikeinheit abgesetzt aufgebaut werden kann. Zwischen Elektronikbox und Antenne kommen jeweils ein separates Koaxialkabel für Uplink und Downlink zum Einsatz. Die Längen der Koaxkabel bleiben dabei bewusst unter einem Meter, um Leitungsverluste gering zu halten.

Ausgiebige Indoor Tests im Winter 2025/2026 haben gezeigt, dass die Station in weniger als 10 Minuten betriebsbereit ist und sich die Antenne auch bei leichtem Wind stabil ausrichten lässt. Die Frequenzstabilität des OCXO erlaubt bereits nach etwa 5 Minuten Aufwärmzeit einen zuverlässigen SSB Betrieb. Nach rund 10 Minuten ist eine Stabilität erreicht, die auch den Betrieb schmalbandiger digitaler Betriebsarten wie FT8 ohne merkliche Frequenzdrift ermöglicht.

SDR-Transceiver Innenansicht

QO-100 Libre SDR TRX innen

Anschlüsse außen

  • linke Außenseite: oben N-Buchse (TX 2,4 GHz Ausgang), unten BNC-Buchse (RX 740 MHz Eingang)
  • Unterseite: LAN-Buchse und 12-V-Eingang (Powerpole) sowie Taster zum sauberen Herunterfahren des Linux-Systems

Baugruppen innen

  • links: 10-MHz-OCXO
    • Ausgang 10 MHz als externe Referenz für den LibreSDR
    • Ausgang 25 MHz als externe Referenz für das LNB
  • oben: 2,4-GHz-PA, darüber montiert 2,4-GHz-Topfkreisfilter
  • Mitte: LibreSDR
    • darunter (nicht sichtbar): Triplexer für den LNB-Anschluss
  • unten: Spannungsversorgung und PTT-Steuerung mit 26-V-DC/DC-Wandler für die PA

Geplanter Einsatz und Betrieb

Die portable Station ist für eine Wohnmobilreise an die Ostsee vorgesehen, mit Schwerpunkt im Raum Rostock und Umgebung.

Eine detaillierte Reiseplanung erfolgt bewusst nicht. Der Betrieb wird flexibel und wetterabhängig durchgeführt, sodass spontane Aktivierungen je nach Standort und Bedingungen möglich sind. Gerade im portablen Satellitenbetrieb spielen Faktoren wie Wind, Niederschlag und freie Sicht zum Satelliten eine entscheidende Rolle.

Durch die kompakte und schnell aufgebaute Funkstation ist es problemlos möglich, kurzfristig geeignete Standorte anzufahren und innerhalb kurzer Zeit QRV zu werden.

Der Betrieb erfolgt überwiegend in SSB über den QO-100 Schmalband-Transponder. Ergänzend sind gelegentliche Aktivitäten in digitalen Betriebsarten wie FT8 und FT4 vorgesehen. Ich werde versuchen, möglichst häufig QRV zu sein und freue mich über viele Verbindungen sowie kurze Rückmeldungen zur Signalqualität. Der Fokus liegt dabei klar auf unkompliziertem Betrieb, dem Experimentieren unter realen Bedingungen, sowie dem Sammeln praktischer Erfahrungen zur weiteren Optimierung der Station.

Resümee: DH1DA/P und DF8UY/P in JO64

Im April und Mai 2026 wurde das Locatorfeld JO64 in Mecklenburg-Vorpommern mehrfach aktiviert.

Vor dem Aufbau wurde zunächst mit einem Android-Smartphone und der App „Satellite Finder“ geprüft, ob freie Sicht auf QO-100 besteht. Anschließend wurde das Stativ mit der TRX-Box aufgebaut und an die 12-V-Versorgung angeschlossen, sodass sich der OCXO bereits während des weiteren Aufbaus aufheizen konnte.

Nach der Montage von Parabolspiegel und Feed wurde die Antenne auf maximales Bakensignal ausgerichtet. Der komplette Aufbau dauerte – abhängig von Standort und Umgebung – zwischen fünf und zehn Minuten.

Anschließend konnte direkt mit dem Funkbetrieb begonnen werden.

Von der Ostseeküste aus gelangen zahlreiche SSB-QSOs sowie einige FT8-Verbindungen. Insgesamt verlief die Aktivierung sehr erfolgreich. Die Funkstation hat sich im praktischen Einsatz bestens bewährt. Selbst bei stärkeren Windböen blieb die Antenne stabil ausgerichtet und die Anlage stand jederzeit sicher.

Vielen Dank an alle Anrufer für die angenehmen und kurzweiligen Funkverbindungen.

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