4 Meter Band QSOs – Sporadic-E

Das 4-Meter-Band (70 MHz) zeigt während Sporadic-E-Ereignissen ein faszinierendes Ausbreitungsverhalten. Auch mit vergleichsweise einfacher Stationsausrüstung lassen sich QSOs über mehrere tausend Kilometer realisieren. Dieses Band liegt im Übergangsbereich zwischen VHF und Kurzwelle und bietet gerade für DX-Interessierte spannende Möglichkeiten.

In diesem Beitrag schildere ich meine Erfahrungen mit Sporadic-E auf 70 MHz, zeige typische Merkmale der Ausbreitungen und gebe praxisnahe Tipps für erfolgreiche QSOs – sowohl im Sprechfunk (SSB) als auch per Digimode (FT8).

Sporadic-E auf 70 MHz

Sporadic-E (Es) entsteht durch kurzlebige, stark ionisierte Wolken in der E-Schicht der Ionosphäre. Diese ermöglichen Reflexionen von Funkwellen deutlich oberhalb der üblichen Grenzfrequenzen der Kurzwelle.

Das 4-Meter-Band liegt dabei in einem interessanten Übergangsbereich zwischen VHF und Kurzwelle und profitiert besonders von stabilen Es-Öffnungen.

Typische Merkmale von Sporadic-E
auf 70 MHz

  • ausgeprägte Mehrfachsprünge möglich
  • plötzliche Bandöffnungen ohne Vorwarnung
  • starke Signale über große Distanzen
  • oft kurze Öffnungszeiten (Minuten bis Stunden)

Ausbreitung – Karte

Die Karte zeigt meine QSOs auf dem 4-Meter-Band innerhalb weniger Tage. Besonders erfreulich: Neben FT8-Verbindungen konnten zahlreiche QSOs in SSB, z. B. aus Großbritannien, realisiert werden. Der eigene Standort befindet sich in Süddeutschland.

Kartendaten: © OpenStreetMap contributors, Darstellung: © Mapbox

Eigene Betriebserfahrungen

Während ausgeprägter Sporadic-E Phasen konnten auf dem 4-Meter-Band zahlreiche QSOs mit Stationen in größerer Entfernung durchgeführt werden. Die Signalstärken waren dabei teilweise überraschend hoch und mit lokalen Signalen vergleichbar.

Der Betrieb erfolgte mit:

Gerade diese Kombination zeigt, dass für erfolgreiche Es-QSOs keine aufwendige Technik notwendig ist, solange die Ausbreitungsbedingungen stimmen.

Beobachtungen im Betrieb

Am Morgen, während ich mit dem Auto unterwegs war, hörte ich plötzlich verzerrte Sprachfetzen in spanischer Sprache, die meinen lokalen UKW-Sender überlagerten. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass aktuell Überreichweiten herrschten.

Zu Hause angekommen schaltete ich sofort den Transceiver ein – und tatsächlich: Das 4-Meter-Band zeigte eine klare Öffnung. Auch im UKW-Radiobereich waren zeitweise entfernte Stationen hörbar, während auf dem 2-Meter-Band kein DX zu empfangen war.

Es zeigte sich, dass eine enorme Sporadic-E Wolke aktiv war, die Signale aus unterschiedlichen Richtungen reflektierte.

Im Laufe des Nachmittags konnten über Digimode (FT8) Funkverbindungen von Norwegen bis nach Malta hergestellt werden.

Gegen Abend meldeten sich zahlreiche Stationen aus Großbritannien per Sprechfunk (SSB). Ein einziger CQ-Ruf genügte, und gleich mehrere Stationen antworteten, die zügig abgearbeitet werden konnten.

Die Signale verschwanden zeitweise und kehrten kurze Zeit später wieder stark zurück. Eine schnelle und flexible Betriebstechnik ist unter solchen, sich schnell ändernden Ausbreitungsbedingungen unerlässlich.

Zusammenfassung

Das 4-Meter-Band bietet während Sporadic-E außergewöhnliche Möglichkeiten für DX-QSOs. Selbst mit einfacher Ausrüstung lassen sich beeindruckende Reichweiten erzielen, insbesondere mit FT8 oder SSB. Wer das Ausbreitungsverhalten versteht und flexibel auf Bandöffnungen reagiert, kann auf 70 MHz spannende DX-Erlebnisse sammeln.

⚠ Hinweis Aktuell: Stand März 2026 ist Sendebetrieb auf 70 MHz in Deutschland nicht zulässig. Die Bundesnetzagentur hat die Duldungsregeleung leider nicht verlängert. Die Grunde sind unbekannt, hoffentlch gibt es bald eine dauerhafte Lösung.
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