Flipperautomaten

Technik, Mechanik und Elektronik klassischer Flipperautomaten aus mehreren Jahrzehnten.

Flipper verbinden die Faszination für Technik und puren Spielspaß. Sie begeistern damit seit Generationen.

Die Beherrschung der rasanten Silberkugel fördert Konzentration, Reaktionsvermögen und bietet durch Wettbewerbe oder das Erreichen von Highscores ein fesselndes „Flow“-Erlebnis.  

Einordnung

Das Zusammenspiel von Mechanik, Elektronik und Geschicklichkeit macht sie zu einem einzigartigen Spielvergnügen. Ziel ist es, die Stahlkugel auf dem Spielfeld zu kontrollieren, Punkte zu sammeln und die spannenden Herausforderungen der Rampen, Bumper und Targets zu meistern.

Historisch entwickelten sich Flipper von einfachen mechanischen Geräten zu elektromechanischen Automaten und schließlich zu komplett elektronisch gesteuerten Flippern mit Mikroprozessor, digitalen Displays und mitreißenden Soundeffekten. Jede Generation brachte neue Spielideen und erhöhte den Spaßfaktor. Früher standen sie in jeder Kneipe und Bar. Heute findet man sie eher bei Sammlern, die alte Technik am Laufen halten.

Flipper bieten Spielspaß für die ganze Familie: Kinder, Jugendliche und Erwachsene können gemeinsam ihre Geschicklichkeit testen, Erfolge feiern und sich gegenseitig herausfordern. Die unmittelbare Punkteanzeige motiviert, und der Wettkampf um die Highscores sorgt für Spannung und Begeisterung – egal ob beim gemütlichen Spielen oder im Wettkampf unter Freunden.

Technik klassischer Flipper

Allgemeiner Aufbau

Ein klassischer Flipperautomat kombiniert Mechanik, Elektrotechnik und Steuerlogik zu einem komplexen Spielgerät.

  • Spielfeld: leicht geneigt, mit Metallkugel, Bumpern, Targets, Rampen und Lampen.

  • Kopfteil: Anzeigen und aufwändig gestaltete Grafikelemente.
  • Flipperhebel: elektromagnetisch betätigt, um die Kugel zu schießen und zu kontrollieren.

  • Mechanische Elemente: Federn, Hebel, Rollen und Kugelbahnen.

Steuerung und Logik

  • Elektromechanisch: Relais, Spulen, Schalter und Zählwerke steuern Punkte, Lichter und Aktionen.

  • Elektronisch (ab ca. 1970er): Komplexe Logikschaltungen, digitale Punktanzeigen, Soundboards. Später auch Mikrocontroller.

  • Signalwege: Eingaben (Flipperhebel, Schalter) → Relais/Logik → Ausgänge (Spulen, Lampen, Punkteanzeige).

Besondere technische Merkmale

  • Robustheit: Massive Chassis, langlebige Spulen und Relais, hohe Standzeiten.

  • Anpassung: Elektronik erlaubt Modifikationen, z. B. LED-Lichter oder digitale Zählwerke.

  • Wartung: Regelmäßige Kontrolle von Kugelbahnen, Kontakten und Relais verlängert die Lebensdauer.

Spiel- und Lernaspekte

  • Spielerisch vermittelt ein Flipper Feinmotorik, Reaktionsgeschwindigkeit und strategisches Denken.

  • Kinder und Erwachsene lernen Kombination aus Timing, Technikverständnis und Spielgeschick.

  • Gleichzeitig erlaubt die Technik ein Nachvollziehen physikalischer Abläufe (Mechanik, Impulsübertragung, elektromagnetische Steuerung).


Geräte

In meiner „Sammlung“ stehen derzeit zwei besondere Exemplare, die unterschiedliche Epochen verkörpern.

Beide Geräte habe ich um das Jahr 2000 erworben, teilweise in nicht spielbereitem Zustand, und seither restauriert und wieder voll funktionsfähig gemacht. Das umfasst Reinigung, Austausch verschlissener Teile, Überprüfung der Relais und Spulen sowie Justage der Mechanik.

Heute sind beide Flipper voll einsatzbereit und bieten den vollen Spielspaß:

  • Der Williams „High Speed“ begeistert mit schnellen Rampen, spannenden Bonusfeatures und Soundeffekten.

  • Die Recel „Lady Luck“ vermittelt das klassische Flippererlebnis der 1960er Jahre, mit mechanischem Charme und nostalgischem Spielgefühl.

So verbinden die beiden Automaten historische Technik, Restaurierungserfahrung und Spielfreude – nicht nur Technikinteressierte, sondern die ganze Familie und Besucher haben Freude daran.

Williams High Speed

  • Hersteller: Williams Electronics (USA)

  • Modell: High Speed

  • Baujahr: ca. 1986

  • Typ: Elektronischer Flipper mit Mikroprozessorsteuerung

Der Williams High Speed gilt als Meilenstein in der Flippertechnik der 1980er Jahre: erstmals wurden komplexe Rampen, digitale Logik und thematische Soundeffekte miteinander kombiniert, wodurch ein dynamisches und anspruchsvolles Spielgefühl entstand.

Nicht ohne Grund  war er einer der meistverkauften (über 17000 Stück) und beliebtesten Flipperautomaten aller Zeiten.

Das Thema ist eine rasante Polizeiverfolgung mit Motorengeräuschen, Sprachsequenzen und einem rotierenden Blinklicht auf dem Kopfteil.

Recel Lady Luck

  • Hersteller: Recel (Spanien)

  • Modell: Lady Luck

  • Baujahr: ca. 1976

  • Typ: Elektromechanischer Flipper

Der Recel Lady Luck ist ein klassischer spanischer Flipper mit dem Thema Kartenspiel. Er zeigt die typische elektromechanische Bauweise: robuste Relais, Spulen, mechanische Zählwerke und eine durchaus komplexe Spielfeldlogik.

Die mechanische Geräuschkulisse mit ratternden Zählern, Glocken und anderen Effekten vermittelt ein authentisches, historisches Flippererlebnis.

Betrieb & Pflege

Der zuverlässige Betrieb eines elektromechanischen Flippers erfordert weniger Elektronikkenntnisse als vielmehr Aufmerksamkeit für Mechanik, Kontakte und Justage. Viele Probleme entstehen nicht plötzlich, sondern entwickeln sich schleichend durch Verschleiß, Verschmutzung oder nachlassende Kontaktkräfte. Auch die regelmäßige Reinigung des Spielfeldes und der Kugeln ist wichtig, da sich ansonsten der Abrieb erhöht und sowohl Mechanik als auch Spielfeldoberfläche unnötig beansprucht werden.

Vor dem Spielbetrieb sollte der Flipper stets stabil und mit der passenden Neigung aufgestellt sein. Hierfür verfügen die Geräte in der Regel über höhenverstellbare Beine. Bereits kleine Abweichungen beeinflussen den Kugellauf deutlich und verändern Schwierigkeitsgrad sowie Spielgefühl. Besonders bei älteren Geräten ist die korrekte Ausrichtung ein wesentlicher Faktor für einen fairen und reproduzierbaren Spielbetrieb.

Auch die Empfindlichkeit des Tilt-Mechanismus ist einstellbar. Eine gewisse Toleranz ist notwendig, um fortgeschrittenen Spielern mehr Kontrolle über den Ball zu ermöglichen. Durch leichte seitliche oder schiebende Bewegungen lassen sich so vermeintlich unmögliche Manöver durchführen, ohne sofort einen Tilt auszulösen.

Regelmäßige Wartung

Zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen gehören:

  • Reinigung des Spielfelds, um Schmutz, Staub und Abrieb zu entfernen

  • Erneuerung von Gummiteilen, die mit der Zeit verhärten oder spröde werden

  • Kontrolle und Justage von Kontakten, insbesondere an Targets und Zählwerken

  • Überprüfung beweglicher Teile wie Flipperarme, Achsen und Rückholfedern

Gerade elektromechanische Flipper reagieren sensibel auf oxidierte oder falsch eingestellte Kontakte. Eine saubere Kontaktfläche und korrekte Kontaktabstände sind entscheidend für zuverlässige Punktzählung und saubere Spielabläufe.

Betrieb im Alltag

Es empfiehlt sich, den Flipper nicht als Deko dauerhaft eingeschaltet zu lassen. Spulen, Lampen und elektronische Teile werden unnötig belastet und erwärmen sich. Ein bewusster Umgang verlängert die Lebensdauer der Bauteile erheblich. Insbesondere gasgefüllte Anzeigeröhren haben eine begrenzte Lebensdauer.  

Kleinere Gebrauchsspuren gehören zum Charakter der Geräte und sind kein Mangel, sondern Ausdruck ihrer Geschichte. Ziel der Pflege ist nicht ein neuwertiger Zustand, sondern ein originalgetreuer Spielbetrieb.

Fazit

Elektromechanische Flipper faszinieren durch ihre direkte, ehrliche Technik und ein Spielgefühl, das auch nach Jahrzehnten nichts von seinem Reiz verloren hat. Jede Bewegung, jeder Treffer und jeder Punkt ist mechanisch sichtbar und hörbar – genau das macht den besonderen Charme dieser Geräte aus.

Mit etwas Pflege, korrekter Justage und einem Gespür für die Mechanik bieten sie erstaunlich viel Spielspaß und fordern Geschick, Timing und Kontrolle. Gerade deshalb lohnt es sich, diese alten Schätze zu bewahren: Sie sind technische Zeitzeugen, die in dieser Form nicht wiederherstellbar sind und deren Faszination man nur erleben kann, wenn sie weiterhin spielbereit erhalten bleiben.

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