70 MHz Transverter für das 4-Meter-Band – Aufbau, Technik und Praxistest

Einleitung

Ende April 2017 erteilte die Bundesnetzagentur überraschend eine befristete Genehmigung für den Amateurfunkbetrieb im 70-MHz-Bereich (4-Meter-Band). Damit wurde das 4-m-Band auch in Deutschland für Funkamateure interessant.

Um möglichst schnell im 4-Meter-Band (70 MHz) QRV zu werden, bietet sich ein Transverter als einfache und kosteneffiziente Lösung an. In diesem Beitrag beschreibe ich Aufbau, technische Daten und erste Praxiserfahrungen mit einem 70-MHz-Transverter.

Warum ein 70 MHz Transverter?

Ein Transverter setzt ein Sende- bzw. Empfangssignal auf eine andere Frequenz um.
In diesem Fall:

  • 28–30 MHz → 70–72 MHz (Sendebetrieb)
  • 70–72 MHz → 28–30 MHz (Empfang)

Damit wird lediglich ein Kurzwellentransceiver (z. B. für das 10-m-Band) sowie eine passende 4-m-Antenne benötigt.

Der verwendete Transverter wurde als fertig bestückte Platine aus der Ukraine bestellt. Zusätzlich kam eine passende Umschaltplatine mit integriertem Dämpfungsglied zum Einsatz – eine sinnvolle Entscheidung, da sie den mechanischen Aufbau deutlich vereinfachte.

Zu Betriebserfahrungen, insbesondere Sporadic-E gibt es einen separaten Beitrag.

Mechanischer Aufbau des 4-m-Transverters

Die beiden Platinen wurden in ein kompaktes Stahlblechgehäuse integriert.

Da der PTT-Ausgang des ICOM IC-746 mit Reed-Kontakt als empfindlich gilt, wurde eine zusätzliche Schaltung auf einer kleinen Lochrasterplatine aufgebaut. Diese enthält:

  • Transistor Schaltstufe um die Last für das Reed-Relais gering zu halten
  • Z-Diode zur Überspannungsabsicherung
  • Schmelzsicherung in der 12-V-Versorgung

An der Rückwand des Gehäuses wurde eine Öffnung in Platinenabmessung ausgesägt. Dadurch konnte die Zusatzplatine auf einem Kühlkörper montiert und als komplette Einheit an der Gehäuserückseite befestigt werden.

Innerhalb von drei Bastelabenden war der 70-MHz-Transverter betriebsbereit.
Der größte Zeitaufwand lag – wie so oft – in der mechanischen Umsetzung.

Die passende Dipolantenne war bereits am vorhergehenden Wochenende aufgebaut worden.

Technische Daten
  • Umsetzung28–30 MHz → 70–72 MHz
  • LO-Frequenz42 MHz (direkt aus 42-MHz-Quarz erzeugt)
  • Rauschzahltyp. 1 dB (laut Herstellerangabe)
  • Ausgangsleistungtyp. 10 W
  • Nennspannung12 V DC
  • Stromaufnahmemax. 2 A

Eigenschaften und Beobachtungen

Frequenzgenauigkeit und Temperaturverhalten

Die Frequenz des Lokaloszillators (LO) weicht um etwa 600 Hz vom Nennwert ab, was noch als akzeptabel angesehen werden kann.
Eine Abgleichmöglichkeit ist leider nicht vorgesehen.

Die Temperaturdrift des LO ist im Sendebetrieb bei Erwärmung durch den Endstufentransistor deutlich wahrnehmbar. Für SSB stell das kein Problem dar, jedoch für schmalbandige Betriebsarten mit Dauerträger, wie zum Beispiel FT8, ergeben sich dadurch gewisse Einschränkungen, weil erst etwas Zeit vergehen muss, bis sich ein thermisches Gleichgewicht einstellt.

Nebenprodukte

Am 28-MHz-Ausgang zum Empfänger sind auf 42 MHz noch etwa –13 dBm messbar; eine zusätzliche Filterung auf der Platine wäre hier sinnvoll um den Empfänger nicht zu übersteuern. In Verbindung mit dem IC-746 als Nachsetzer wurden keine Probleme festgestellt. Bei Sendesignal konnten keine unzulässigen Aussendungen gemessen werden.

Praktische Erprobung

Das erste QSO im 70-MHz-Band wurde Ende Juni 2017 mit DK5EW (ca. 25 km Entfernung) geführt.

Als Antenne kam ein einfacher λ/2-Dipol aus zwei Aluminiumstäben mit horizontaler Polarisation und einer Mantelwellensperre auf einem Ringkern zum Einsatz.
Das QSO in SSB verlief mit sehr guter Signalstärke.

Weitere Verbindungen über größere Distanzen sind bei günstigen Sporadic-E Bedingungen zu erwarten.

Fazit

Mit überschaubarem Aufwand erhält man eine brauchbare Station für den Einstieg ins 4-Meter-Band. Angesichts des günstigen Preises ist die Performance des kleinen Gerätes überzeugend.

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